Verwaltung, Gesundheit, Handel & Tourismus
Bürgerabend, 17. 9. 2019

Für die städtische Daseinsvorsorge bietet die Digitalisierung viel Potential für Innovation und Moderinisierung. Wie dieses in Darmstadt bestmöglich ausgeschöpft werden kann, wurde an dem Bürgerabend mit den Darmstädter*innen diskutiert.

 

 17.9.2019, 19-21 Uhr

Klinikum Darmstadt, Grafenstaße 9, 64283 Darmstadt

Von der Digitalstadt Darmstadt werden gleich mehrere Projekte und Initiativen im lokalen Bildungssektor gestützt.

Das Haus der digitalen Medienbildung bietet maßgeschneiderte Fort- und Weiterbildungsangebote für Eltern und pädagogische Fach- und Lehrkräfte. Ziel ist, sich mit den digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen und die zeitgenössischen digitalen Medien in Bildungsprozesse professionell zu integrieren. Kinder und Jugendlich werden in dem Haus der digitalen Medienbildung zudem zu souverän agierenden, selbstbewussten und kritischen Umgang mit Smartphone und sozialen Netzwerken angeleitet.

Im Rahmen des “Schülerinnen und Schülerprojekt” unterstützt das Medienzentrum der Wissenschaftsstadt Darmstadt Schulden durch umfangreiche Schulungsangebote für die Lehrenden. Zusätzlich werden den Schulen ganze Lerneinheiten samt benötigten Material zur Verfügung gestellt.

Das Projekt “Digitaler Wegweiser gibt anhand einer digitalen Bildungslandkarte einen Überblick über die vielfältigen Bildungsangebote der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Im Klinikum Darmstadt ist die Digitalisierung relativ weit fortgeschritten. Daher wurde das Krankenhaus 2018 auch von der Zeitschrift Focus Money mit dem Siegel “Digital Champion” ausgezeichnet.

Digitalisierung wurde im Management des Klinikum Darmstadt frühzeitig und umfassend angegangen mit dem Ziel, diese prozessstützend einzusetzen und für mehr Sicherheit, Qualität und Transparenz zu sorgen. Dies kommt einer effizienteren Arbeitsumgebung und damit der Mitarbeiterzufriedenheit zugute, letztendlich aber vor allem der Behandlungsqualität der Patient*innen. Derzeit verfügt das Klinikum über viele einzelne, parallel verlaufende Digitalisierungsleistungen, wie beispielsweise ein digitales Archiv, teildigitalisierte Patientenakten, Online-Laborabfragen, teemedizinische Anbindungen.

Ein entscheidender Schritt fehlt noch: Damit jeder Mediziner auf alle Anamnesen und Befunde, Arztbrief und OP-Bericht zurückgreifen kann, müssen alle Systeme ineinandergreifen und die Daten jederzeit ortsunabhängig zur Verfügung stehen. Zum einen sind hier Projekte bezüglich des Datenschutzes und der Datensicherheit, aber auch vollständige Patientenakten notwendig, welche mit der digitalen Fieberkurve und Visite seit 2019 auf den Weg gebracht werden.

Das Klinikum Darmstadt gehört als Maximalversorger zu den kritischen Infrastrukturbereichen (KRITIS), die besonders schützenswerte sind. Das bedeutet, dass klinikintern Sicherheitsvorkehrungen und Zertifizierungen stattfinden. Sie orientieren sich an allen Vorgaben und Vorschlägen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, wobei dabei auch die entsprechenden Vorkehrungen gegenüber Cyber-Angriffen angewandt und umgesetzt werden.

Das Klinikum Darmstadt strebt zudem die ISMS-Zertifizierung nach ISO 27001 an, um mit einem umfassenden Informationssicherheit-Managementsystem der Beurteilung und Behandlung von Informationssicherheitsrisiken entsprechend begegnen zu können.

Einwohnermeldeämter dürfen ihre Daten nur weitergeben, wenn sie die ausdrückliche Erlaubnis erhalten haben. Eine solche Erklärung können gegenüber Meldebehörden abgeben oder auch widerrufen werden. Zudem ist die Meldebehörde verpflichtet, stichprobenartig die Vorlagen von Einwilligungserklärungen bei Unternehmen zu prüfen. 

Mehr Informationen dazu bietet die Verbraucherzentrale hier.

Darmstadt hat die beste Breitbandversorgung in Hessen, hier kommen Bürger*innen am schnellsten ins Internet. 98,2 Prozent der Haushalte verfügen über einen Anschluss mit einer Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde oder mehr. Es gibt also flächendeckend bereits schnelles Internet.

Der Netzausbau wird zukünftig weiter vorangetrieben. Die Region FrankfurtRheinMain soll flächendeckend mit Glasfaserkabel bis zu den Haushalten resp. Unternehmen ausgestattet werden. So sollen alle Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie alle Gewerbebetriebe bis zum Jahr 2025 einen gigabitfähigen Internetzugang bekommen.

Das gleiche gilt für 50 Prozent aller Privathaushalte. Bis zum Jahr 2030 sollen bereits 90 Prozent quasi mit Lichtgeschwindigkeit surfen können. Dazu haben sich unter der Federführung des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain die Landkreise Bergstraße (teilweise), Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Kinzig, Main-Taunus, Offenbach, Rheingau-Taunus und Wetterau sowie die Städte Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden zusammengeschlossen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am 16. Mai 2019 unterzeichnet.

Als Modellprojekt Digitalstadt sind wir dazu aufgefordert den Wissenstransfer zu gewährleisten. Davon profitieren andere Städte. Viele Kommunen im Kreis, aber auch bundesweit, haben uns bereits eingeladen, um von unseren umfassenden Digitalisierungsprojekten in den unterschiedlichen Bereichen zu erfahren und zu lernen. Solche Möglichkeiten des fachlichen Austausches werden wir auch künftig wahrnehmen. 

Eine Kostenbeteiligung findet nicht statt.

 … und Arbeitsagentur. Ein Tracking-Möglichkeit im Internet, damit der Antragsteller weiß, wo sein Antrag gerade bearbeitet wird und wie lange das noch dauert (ähnlich wie DHL-Päckchen).

… meist nicht (gut). Ich bin mir ganz sicher das liegt daran, dass niemand die Mitarbeiter der Verwaltung gefragt hat, die die tatsächliche Arbeit tun. Die Dame, die mir neulich meinen neuen Reisepass ausgestellt hat, sie wurde von noch niemanden gefragt, wo im Alltag die Vorgänge verlangsamt werden können und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Es wird so ablaufen, dass die Dame zu ihren normalen Pflichten noch die Umsetzung der Digitalisierung aufgedrückt bekommt.

… gerade mit großem Engagement umgesetzt werden. Dies ist vor allem Führungsaufgabe, denn auch hier müssen Menschen mitgenommen werden. Da ich mich bisher nicht so genau informieren konnte, würde ich gerne wissen, welche 140 Verfahren in der Verwaltung bereits umgesetzt sind und wie sie bei den Menschen so ankommen. 

… Kommunen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland über Verwaltungsportale bis 2022 auch digital anbieten und diese Portale müssen zu einem Verbund verknüpft werden. Smart wäre, wenn bei der Ausgestaltung bspw. den Bürger*innen per Nachricht eine Info zukäme, wenn bspw. der Pass in drei Monaten ausläuft oder so.

Idealerweise wird die Vorsorge verbessert – damit der Mensch gesund bleibt. Besonders wichtig bei degenerativen Erkrankungen, Demenz etc.

… Ich hätte doch gedacht, dass die Krankenkassen die Hoheit über ihre Patientendaten mit Zähnen und Klauen verteidigen, dass so eine lokale Gesundheitsplattform regelrecht gesetzlich verboten ist. Und wie die Stadt einen Facharzt dazu bringen will, seine Sprechstunden über ein öffentliches Portal zu verwalten, das ist gänzlich unverständlich.

… Unternehmen in diesen Branchen müssen sich neu aufstellen – und in neuen Bereichen rasch wettbewerbsfähig werden. Zusätzlich zu den Zielen und Projekten rund um die Produktionsprozesse sollten daher Projekte aufgesetzt werden, die Unternehmen helfen ihre Strategie, Produkte und Services neu auszurichten – sich ggf. neue Geschäftsfelder und Märkte zu erschließen – und beim Aufbau helfen. Bsp. Automobilindustrie: Manche Fahrzeugteile werden bei E-Autos nich mehr benötigt. Was macht man mit den Zulieferern solcher Teile in Zukunft?

… Wichtig wäre die Unterstützung von Unternehmen und Start-Ups, die neue Geschäftsmodelle entwickeln. Denn hier entsteht die Zukunft.

 

… Wie erreiche ich ihn? Trotz IT-Interesse ist mir das völlig unbekannt. 

Kommentar dazu: WhatsApp-Guide: Die Digitalstadt will auch im Bereich IT Sicherheit gewährleisten. Die Unterstützung von WhatsApp ist dabei hinderlich. Ja, WhatsApp ist derzeit der meistgenutzten Messenger. Hier sollte man jedoch überlegen, ob man diese nicht auf andere, erwiesenermaßen sichere Messenger erweitern kann.

Kommentar dazu: Gerade im mobilen Bereich ist’s möglich, den Vendo-Lock-in zu vermeiden, den das ganze Digitalprojekt so mit sich bringt: eine weitere App zu installieren ist eine so gängige Übung, dass man gut einen anderen Messenger als WhatsApp einsetzen kann.

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