Jetzt brauchen wir dich: Deine Meinung ist gefragt!

Am Mittwoch, 25. Januar 2023, haben wir in einem Online-Bürgerevent darüber informiert, wie du aktiv beim Projekt “Schlaues Wasser Darmstadt” dabei sein kannst. Denn ab diesem Zeitpunkt geht es darum das Herzstück der Strategie zu kommentieren. Hier sind Ideen und Anregungen gefragt, die du direkt auf der Plattform www.smartwater.darmstadt.de einreichen kannst.

Deine Kommentare kannst du direkt dort auf der Strategie-Seite einreichen.

Unter Neuigkeiten findest du ab dem 30. Januar einen Auszug aus den bereits eingereichten Kommentaren.

Wir freuen uns über deine Kommentare und Ideen!

 

Hintergrund
Schlaues Wasser Darmstadt – Smart City Projekte für eine integrierte Stadtentwicklung und Klimaresilienz wird im Kontext der Förderlinie „Smart Cities made in Germany“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen umgesetzt. Die Projektleitung hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt inne, weitere Projektbeteiligte sind die Digitalstadt Darmstadt GmbH und die HEAG.

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt entwickelt und installiert im Rahmen des Projekts DAnalytics (Advanced Analytics für die Wissenschaftsstadt Darmstadt – Darmstadt-Analytics) in den kommenden neun Monaten einen sogenannten „Ampelphasenassistenten“, der Echtzeit-Verkehrsdaten generiert und Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer mithilfe einer App über die optimale Reisegeschwindigkeit für eine grüne Welle informiert. Das System gibt dem ÖPNV, Auto- und Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern über die App „Signal2X“ die empfohlene Reisegeschwindigkeit für eine grüne Welle im Rahmen eines Reallabors zur kooperativen Verkehrssteuerung vor.

„Wenn mehr Autos, der ÖPNV und Fahrräder auf der grünen Welle fahren, müssen weniger Fahrerinnen und Fahrer an Ampeln abbremsen und anfahren. Da Stop-and-go-Situationen für einen Großteil der Verkehrsemissionen verantwortlich sind, trägt der Ampelphasenassistent zur Verbesserung der Luftqualität in Städten und so zum Schutz der Umwelt bei“, erklärt dazu Mobilitätsdezernent Michael Kolmer. „Zusätzlich werden die Daten aus dem Ampelphasenassistenten permanent an die Analytische Plattform von DAnalytics zurückgespielt. Dort stehen sie sowohl für den zentralen Verkehrsrechner in Echtzeit als auch für die Verkehrsplanung als Datenbasis zur Verfügung und ermöglichen ein aktives, umweltsensitives Verkehrsmanagement, das auch die Lebensqualität in der Stadt erhöht“, so Kolmer. 

Der Ampelphasenassistent berechnet mithilfe intelligenter Algorithmen die optimale Geschwindigkeit für eine Fahrt auf der grünen Welle. Die Sicherheit der Prognose liegt laut Anbieter bei bis zu 99,8 Prozent. Ein Gütefaktor, der aktuelle Bedingungen und plötzliche Ereignisse in die Berechnungen einbezieht, hilft die Zuverlässigkeit einzuschätzen. Die Grünzeitprognosen erhalten Auto- und Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer sowie Busse und Straßenbahnen zukünftig in Echtzeit über die Smartphone-App „Signal2X“. Diese ist aktuell für Smartphones mit iOS- und Android-Betriebssystemen kostenlos im App-Store erhältlich. Künftig wird Signal2X erstmalig in Deutschland auch für Apple CarPlay und Android Auto verfügbar sein. Langfristig sollen die Geschwindigkeitsempfehlungen damit nicht nur über die App verfügbar sein, sondern über ein Cloud-System in gängige Navigationssysteme integriert werden. 

Auf Basis des Green City Plans der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird seit 2018 das digitale Verkehrsmanagement mit einem umweltorientierten, proaktiven Gesamtkonzept zur echtzeitfähigen Verkehrssteuerung schrittweise und modular ausgebaut. Neben Investitionen in passgenaue Verkehrstechnik, insbesondere in Sensoren und Kameras, sollen den Bürger:innenn verkehrsrelevante Informationen zur Verfügung gestellt werden – zum Beispiel über Apps. Im ersten Halbjahr 2023 wird daher eine Lösung zur Planung der persönlichen Mobilität in Echtzeit entwickelt und erprobt.

Das Projekt DAnalytics zählt seit Beginn 2018 in Deutschland zu den innovativsten Projekten im Bereich des umweltsensitiven Verkehrsmanagements und bildet die Grundlage für eine nachhaltige und emissionsarme Mobilität in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dazu wurde auch ein spezialisiertes Projektteam im Mobilitätsamt eingerichtet. Ziel des vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) geförderten Projekts ist es, die Möglichkeiten von Big-Data-Analysen auch im Bereich des Verkehrsmanagements auszuschöpfen, damit Verkehrsteilnehmerinnen, Verkehrsteilnehmer und Umwelt gleichermaßen profitieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Reduktion der Schadstoffemissionen des Verkehrs, insbesondere der Stickstoffoxide. Zu den wichtigsten Projektzielen gehört daher die Schaffung eines datengetriebenen Verkehrsmanagements in Echtzeit, das auf Basis von aktuellen Zahlen, Daten und Fakten der Stadt Darmstadt die Grundlagen für ereignis- und umweltorientierte Entscheidungen in Bezug auf die Steuerung des Verkehrs schafft. Dabei wird auch die emissionsorientierte Verbesserung des Modal-Splits an den einzelnen Knotenpunkten sowie eine aktive Reduktion der Gesamtemissionen durch Verkehrsmittel betrachtet, die durch fossile Brennstoffe betrieben werden. Darüber hinaus wird ein ganzheitliches, netzorientiertes Verständnis für den Verkehr in Darmstadt, unter anderem als Basis für die langfristige Verkehrsplanung, Mobilitätsmanagement, Logistiksteuerung und Parkraummanagement, angestrebt. In der Nieder-Ramstädter Straße wurde ein ebenfalls vom BMDV gefördertes Reallabor zur kooperativen Verkehrssteuerung eingerichtet, in dem zum Beispiel die ÖPNV- und Verkehrsflussoptimierung simuliert und getestet wird. Im Rahmen des Projekts werden smarte Sensoren und intelligente Verkehrstechnik installiert, die Echtzeitdaten im Verkehr generieren und auf deren Basis effektive Verkehrssteuerungsmaßnahmen entwickeln. In der Nieder-Ramstädter Straße werden die Komponenten bis zum Herbst 2022 in einem kooperativen Reallabor (ÖPNV-/Auto-/Fahrrad-/Fußverkehr) getestet und im Anschluss im ganzen Stadtgebiet umgesetzt. Ein zentrales Element der Gesamtmaßnahme ist der neue multimodale Ampelphasenassistent. 

Michael Kolmer, Verkehrsdezernent der Wissenschaftsstadt Darmstadt: „Mit DAnalytics ergänzen wir unser auf den Nutzen für Bürger und Bürgerinnen ausgerichtetes Gesamtkonzept zur digitalen Verkehrssteuerung. Dabei haben wir sowohl den ÖPNV und den Fahrradverkehr, aber auch die Menschen zu Fuß und in ihrem eigenen Fahrzeug im Fokus. Mit diesem gleichberechtigten Ansatz und multimodalen Vorgehen kann es gelingen, Schadstoffe zu vermeiden, Fahrtzeiten für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu reduzieren und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen. Der Ampelphasenassistent macht diesen Ansatz für die Menschen greifbar und ermöglicht einen eigenen Beitrag zur Mobilitätswende.“ 

Katharina Metzker, Amtsleiterin des Mobilitätsamts und Projektleiterin der beiden Green-City-Innovationsprojekte, ergänzt: „Mit smarten Technologien wie dem Ampelphasenassistenten wollen wir es schaffen, Fahrer und Fahrerinnen zu einer umweltsensitiven Verkehrsnutzung zu animieren und die Mobilität in unserer Stadt gemeinsam mit allen Akteuren im Verkehrsökosystem nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Hier investiert unser Projektteam gemeinsam mit dem gesamten Mobilitätsamt und externen Partnern viel Zeit, persönlichen Einsatz und Herzblut.“  

Die Umsetzung der Projektziele orientiert sich zum einen an den bereits erarbeiteten Maßnahmen des Green City Plans Darmstadt (Masterplan – Maßnahmen und Maßnahmenbündel zur Reduzierung der NO2-Belastung vom 31. Juli 2018), zum anderen an den abgeleiteten Erkenntnissen des datengetriebenen, aktiven und umweltsensitiven Verkehrsmanagements (AUVM), dessen Entwicklung und Aufbau Kern dieses Projekts ist.

Wissenschaftsstadt Darmstadt fokussiert „Schlaues Wasser – ein Projekt für Wasser, integrierte Stadtentwicklung und Klimaresilienz“.

Darmstadts Wasser-Management wird smart. Unter dem Projekttitel „Schlaues Wasser“ startete in dieser Woche ein großes Kollaborationsprojekt mit vielen Darmstädter Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Interessenvertretungen. Sie entwickeln ab sofort Ideen, wie die Wasserkapazitäten Darmstadts schlauer als zuvor bewirtschaftet werden können. Durch ein breites Beteiligungsangebot sollen auch die Bürger:innen dazu aktiviert werden, Ideen für Darmstadts schlaues Wasser zu entwickeln.

„Schlaues Wasser Darmstadt ist eine neue Maßnahme für eine klimaresiliente Stadt“, erklärte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch bei der Online-Auftaktveranstaltung: „Wir haben ganz aktuell in Hessen einen neuen Sonnenscheinrekord im März mit fast 200 Sonnenstunden und zugleich den sehr bedenklichen Negativwert von nur sieben Liter Regenwasser auf einen Quadratmeter. Wasser ist eine zentrale Lebensgrundlage – und sie schwindet immer mehr. Also werden wir in den kommenden fünf Jahren unser Wasser-Management neu überdenken und investieren eingeworbene Fördergelder in Höhe von 14,7 Millionen Euro aus dem Programm „Smart Cities made in Germany“ in eines der wichtigsten Klimathemen unserer Zeit, in das Wasser. Dazu verbinden wir unsere Digital- und Klimazielstrategien stärker als zuvor mit dem Ziel, Resilienz zu erzeugen.“

Die Materie ist komplex. Denn es gehe nicht darum, so Oberbürgermeister Jochen Partsch weiter, dass man feststelle, dass Regen ausbliebe. Vielmehr ginge es darum, konkrete Maßnahmen zu entwerfen und umzusetzen. Wie lässt sich mit der schwindenden Ressource besser haushalten? Wo gibt es noch ungenutzte Potenziale zur Wassergewinnung? Drei sogenannte Fokusgruppen wurden hierfür vorgestellt. Ihre Aufgabe, wasserbedingte Herausforderungen auszuformulieren und Bewältigungsstrategien zu entwerfen. Ihr Kerninstrument hierfür, digitale und weitere Innovationstechnologien. Mit ihnen lassen sich nämlich mehrdimensionale Fragestellungen bearbeiten und Lösungsszenarien simulieren, um beispielsweise zu eruieren, was sich unter zukünftigen, ausdauernden Trockenperioden verändern muss. Erfahrung mit digitalen Konzepten in der Daseinsvorsorge konnten in den vergangenen Jahren die Digitalstadt Darmstadt sowie weitere Unternehmen der Stadtwirtschaft sammeln, um etwa Abfall, ÖPNV oder auch die Energieversorgung von Straßenlaternen intelligenter zu steuern. Gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung tragen daher die Digitalstadt Darmstadt und die Heag Holding die Verantwortung für dieses Projekt.

„Der Klimawandel ist in Darmstadt längst angekommen und die Landesbehörden prognostizieren noch längere Trockenperioden, Wärmeanstieg und weniger Niederschlag“, erläuterte Umweltdezernent Michael Kolmer. „Wir brauchen schlaue Lösungen, um in dieser eigentlich schon Akutsituation klimaresilienter zu werden. Unsere Ausgangslage hierfür ist gut. Wir haben dank des integrierten Klimaschutzkonzeptes den Klimaschutz zur obersten Priorität gemacht und können das Thema Smart Water schnell angehen.“

Wie kann Regenwasser besser genutzt werden? Lassen sich Brunnen und Zisternen wiederbeleben oder modernisieren? Kann man den Wasserverbrauch jedes Haushalts senken und gleichzeitig öffentliche Grünanalgen intelligent wässern, sodass Flora und Fauna trotz Trockenperioden wachsen, gedeihen und kühlen? Wie lassen sich generell innerstädtische Kühlungseffekte erzeugen bei reflektierenden und aufgeheizten Fassaden. Kann man genau diese Energie umlenken? Und wie lassen sich Korrosion und andere Effekte im Kanalsystem unter Starkregenereignissen vermeiden, wenn es zuvor lange trocken lag? Können Wassermassen aus Hagel und Starkregen gespeichert werden? Diese und viele weitere Fragen werden von den Fokusgruppen bis in den Herbst dieses Jahres in Workshops diskutiert. In ihnen versammeln sich Vertreter mit einschlägigem Vorwissen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Stadtverwaltung und -wirtschaft sowie zivile Interessenvertreterinnen und -vertreter. Mit dabei auch Holger Klötzner, Dezernent für Digitalisierung und Bildung in Darmstadt: „Die Digitalisierung hilft uns, technisch komplexe Prozesse intelligenter zu steuern. Wir werden in den nächsten Monaten hoffentlich viele Impulse aus den Fokusgruppen und der Bürgerschaft bekommen für den intelligenten Umgang mit Wasser in unserer Stadt. Umsetzen werden wir viele der Bürger- und Fokusgruppen-Ansätze dann ab dem Jahr 2023.“

Hintergrund:

Schlaues Wasser Darmstadt – Smart City Projekte für eine integrierte Stadtentwicklung und Klimaresilienz wird im Kontext der BMI-Förderlinie „Modellprojekte Smart Cities“ und „Smart Cities made in Germany“ umgesetzt. Ziel ist, in Darmstadt mithilfe digitaler und smarter Anwendungen klimaresiliente Strukturen aufzubauen. Vor dem Hintergrund zunehmender Dürreperioden und Starkregenereignisse liegt dabei der Schwerpunkt auf dem Thema „Wasser in der Stadt“. Das Projekt verfolgt den Anspruch, ganzheitlich, kollaborativ und sozialverträglich ausgestaltet zu sein. Damit unterstützt es die integrierte Stadtentwicklung und den Netzwerkstadtcharakter Darmstadts.

www.smartwater.darmstadt.de

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