VERWALTUNG

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt einen digitalen Zugang zur Verwaltung über ein eGovernment Portal mit einem angeschlossenen Servicekonto zur Verfügung. Dort können Verwaltungsdienstleistungen beauftragt und Informationen schnell und effizient abgerufen werden. Zusätzlich werden Anfragen über die Behördenrufnummer D115 konkret und direkt beantwortet. Die Bürgerinnen und Bürger werden über ein Lob-, Ideen- und Beschwerdemanagement und die Bürgerbeteiligungsplattform aktiv in die Verwaltungsprozesse integriert. Konsequent verfolgt die Stadt die digitale Begleitung der Bürger in allen Lebensabschnitten durch ein einheitliches Betreuungsportal. In einer digitalen Kultur liefert die Stadt Darmstadt als Teil der digitalen Gesellschaft einen hohen Nutzen für die Bürgerschaft und Unternehmen. Der Zugang zu Informationen und Dienstleistungen ist unkompliziert, nachvollziehbar und barrierefrei möglich.

IT-INFRASTRUKTUR

Auf der Basis des heutigen Glasfasernetzes und anderen Breitbandtechnologien sowie dem zukünftigen Ausbau des Mobilfunks (5G) werden digitale Vernetzung und die Integration städtischer Infrastruktur mittels IoT-Plattformen und autonomen System umgesetzt. Ein kostenloses WLAN-Netz in der Stadt sowie in Bussen und Straßenbahnen bietet Bürgern und Touristen Zugang zu digitalen Informationen und Angeboten aus vielen Lebensbereichen. Sensoren, die in Signalanlagen, Straßenbeleuchtung („Smart Lampposts“), Mülltonnen und Fahrzeugen der öffentlichen Versorgung integriert sind, erfassen vielfältige Daten. Hierdurch werden der Verkehrsfluss, die Straßenbeleuchtung, der öffentliche Nahverkehr, die Müllentsorgung und Carsharing-Angebote bedarfsgerecht gesteuert. Außerdem erhalten wir über die Sensortechnik genaue Informationen über verschiedenste Umweltdaten, um Klimaschutz- und Verkehrs-Maßnahmen zu optimieren. Die Vernetzung von Bürgern, Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen unterstützt digitales Lernen in Schulen ebenso wie medizinische Ferndiagnose von Ärzten oder die Steigerung der Energieeffizienz.

Handel

Die digitale Lebensreform bedeutet für den Handel der Wissenschaftsstadt Darmstadt den digitalen Zugang zu lokalen Handels- und Dienstleistungsangeboten. Dem Einzelhandel dient die Darmstadt-App dabei als Multiplikator, Plattform und zusätzlicher Vertriebskanal zu den Kunden. Neben der Bereitstellung von wichtigen Basisinformationen zu Handelssegmenten, Standorten und Öffnungszeiten bietet die App eine Grundlage für die Bereitstellung von neuen und innovativen Services, die in enger Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel konsequent ausgebaut werden. Durch Augmented Reality können den Kunden besondere Angebote und Aktionen des Einzelhandels visualisiert und zugänglich gemacht werden. In Kombination mit iBeacons werden in den Einzelhandels-Geschäften location-based Services aufgebaut, die den Kunden eine schnelle Orientierung in den Geschäften ermöglicht. Für Einkäufe von unterwegs oder von zuhause erhalten die Kunden durch die Darmstadt-App einen direkten Zugang zu Geschäften, die sich am lokalen Lieferservice beteiligen. Bestellungen werden so noch am selben Tag mit eCargo Bikes, die mit nachhaltigem Ökostrom geladen werden, umweltschonend nach Hause geliefert.

ENERGIE & UMWELT

Ressourceneffizienz und Emissionsminderung sind Zielsetzung und Treiber der digitalen Lebensreform, die eine zielgerichtete, effiziente und digitale Vernetzung der Sektoren Energie, Verkehr und Umwelt unter Einbezug von Bürgern, öffentlichen Trägern und Unternehmen als unerlässlich ansieht. Erst diese Vernetzung ermöglicht es, die Wissenschaftsstadt Darmstadt zu einer digitalen, klimaneutralen Stadt zu entwickeln.

Energie

Ausgangspunkt ist die nachhaltige Entwicklung von Quartieren. Zunächst wird durch den zunehmenden Einsatz von Energiespeichern in Mietgebäuden eine für die Mieter kostengünstige und effiziente Versorgung mit Strom und Wärme aus PV- und KWK-Erzeugungsanlagen (Photovoltaik bzw. Kraft-Wärme-Kopplung) und zwischengespeichertem EEG-Überschussstrom (Erneuerbare-Energien-Gesetz) sichergestellt. Auf Netzebene führt die Einführung digitaler Wasser- und Stromzähler (Smart Meter) zu einer erhöhten Transparenz, die dem städtischen Netzbetreiber die Abnahmeoptimierung und effiziente Laststeuerung ermöglicht. An den Straßen und Wegen der digitalen Stadt bieten „Solar Trees“ und eine intelligente, integrierte und energieeffiziente Beleuchtung (Smart Lightning) Internet-Zugang und Ladeinfrastrukturen.

Umwelt

In der Digitalstadt Darmstadt entstehen wirtschaftliche und ökologische Vorteile durch die Bündelung und Ausweitung von Services auf den Sammeltouren der städtischen Entsorgungsbetriebe. Die Entsorgungslogistik vollzieht einen Wandel hin zu einem intermodalen Logistikdienstleister. Lieferung, Abholung und Einsammlung unterschiedlicher Inhalte (Verpackungen, Papierkorbinhalte, Abfall) erfolgen verkehrsmindernd in einem Vorgang. Die moderne Entsorgungslogistik wird flexibler und bedarfsgerechter durch die Nutzung von Füllstandsensoren und RFID-Tags zur Identifikation des Müllcontainers und des Papierkorbs und durch eine dynamische Tourenplanung, die einerseits die Daten mittels der echtzeitfähigen Datenplattform erhält und andererseits die aktuelle Straßenlage berücksichtigt. So werden Touren derart optimiert, dass man mit kleineren Fahrzeugen die Entsorgung vornehmen und somit auf E-Fahrzeuge zurückgreifen kann. Aufgrund der geringeren Lärmemissionen sind so Touren zu Tagesrandzeiten möglich, die somit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsverflüssigung leisten.

Sicherheit

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird die weltweit führende Stadt der digitalen Absicherung von Bürgerinnen und Bürger sein. Die Digitalisierung wird zudem so konzipiert und umgesetzt, dass sie zum physischen Schutz der Bürgerinnen und Bürger signifikant beiträgt. Der Schutz der Daten ist Teil der Grundversorgung, dies zeigt sich auch darin, dass alle angestrebten Maßnahmen mit geltenden Datenschutzstandards und dem grundrechtlich verbürgten Recht auf informationelle Selbstbestimmung im Einklang stehen. Die Digitalstadt Darmstadt verfügt über eine ortsunabhängige digitale Leitstelle, die als gemeinsame digitale Plattform konzipiert ist und der Koordination dient. Intelligente Kameras überwachen wichtige und hochfrequentierte öffentliche Bereiche und erkennen Gefahrensituationen automatisiert. Weitere Sensoren messen ständig die Luftqualität und erkennen zum Beispiel Brände vollautomatisch. Informationen aus dem Smart Grid tragen zum Lagebild bei. Das System informiert selbstständig und intelligent, sobald Auffälligkeiten festgestellt werden. Modernste Schadsoftware-Erkennung und innovatives Patchmanagement sind Bestandteile, ebenso wie eine starke Verschlüsselung aller Daten. Die Anwendungen und Systeme laufen im hochsicheren Darmstädter Rechenzentrum.

DATENPLATTFORM

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfügt über eine zentrale Datenplattform, die öffentliche und private Informationen. Auf ihr befinden sich die Daten, Informationen und Prozesse der Digitalstadt Darmstadt. Bürger und Unternehmen können sich über den aktuellen Status der Stadt in Echtzeit informieren und erhalten Zugang zu einer Plattform, über die sie Ihr tägliches Leben bzw. Tagesgeschäft vereinfachen können. Zieht eine Bürgerin oder ein Bürger beispielsweise in die Digitalstadt Darmstadt, kann er oder sie über die Plattform notwendige Behördengänge weitestgehend digital durchführen. Sie erhalten damit – beispielweise für die Anmeldung der Energieversorgung, der Müllentsorgung oder die Beschaffung von ÖPNV-Fahrkarten – einen schnellen Zugang zu diesen Unternehmen. Die Stadtverwaltung und die Stadtwirtschaft wiederum nutzen die Plattform gleichermaßen, um den Zustand der Digitalstadt Darmstadt zu überwachen, den Kontakt zu den Bürgern zu halten und Prozesse abzuwickeln. Die Plattform bündelt die Daten der Sensoren und Messgeräte (IoT) so, dass ein übergreifendes Bild der Stadt entsteht. Schnittstellen und Zugriffe für Open Data oder Drittanwendungen, sind über ein sicheres API-Management möglich. Die Authentifizierung des Bürgers erfolgt über das bundesweite Servicekonto. Öffentliche Daten werden anonymisiert bereitgestellt und sind verschlüsselt.

VERKEHR

Verkehrsverflüssigung und ökologisch nachhaltige urbane Mobilität sind essentiell für Wachstum und Wohlergehen einer Stadt und ein wichtiger Bestandteil der digitalen Lebensreform. Um diese Ziele zu erreichen, werden der Individualverkehr, der ÖPNV sowie die städtische Infrastruktur der Wissenschaftsstadt Darmstadt vernetzt und die Voraussetzungen für den Mischverkehr mit automatisierten und autonomen Fahrzeugen geschaffen. Zur Optimierung des Individualverkehrs werden in der Stadt E-Fahrzeuge der Stadtwirtschaft und Fahrzeuge aus Firmen-Flotten durch ein intelligent vernetztes Flottenmanagement optimal ausgelastet. Den Bürgern und Besuchern der Stadt wird durch eine Multimodalitäts-App ein Verkehrsmittel-übergreifendes, individualisiertes und umweltsensitives Routing durch die Stadt ermöglicht. Durch die Integration von E-Ticketing und Bezahlfunktion können Mobilitätsangebote einfach und ohne aufwendiges Anmelden Anbieter-übergreifend getestet und genutzt werden. Über die Stadt verteilte Mobilitätsstationen verknüpfen die Transport- und Mobilitätsangebote und fördern so zusätzlich intermodale Mobilität. Ein Infotainment-Angebot in allen Bussen und Bahnen steigert zusätzlich die Attraktivität des ÖPNV. Zukünftig wird die innerstädtische Mobilität zunehmend von automatisierten und autonomen Fahrzeugen geprägt. In der Digitalstadt Darmstadt wird ein teilautonom fahrender Straßenbahn-Prototyp entwickelt, autonom fahrende Minibusse erprobt und die Infrastruktur für die I2C (infrastructure-to-car) Kommunikation ertüchtigt. Dazu werden die Daten der Verkehrsrechner in Echtzeit analysiert und unterschiedlichen Anwendungen zugeführt. Eine Ecomat-App nutzt die resultierenden Ampelphasen-Vorhersagen, um die optimale Geschwindigkeit für eine individuelle grüne Welle zu signalisieren. Fahrer von herkömmlichen Fahrzeugen werden so frühzeitig eingebunden, um ein transparentes und kooperatives Verhalten im Mischverkehr zu erreichen, sobald die ersten vernetzten und automatisierten Fahrzeuge verfügbar sind.

Bildung

Die Bildungslandschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt bietet allen Bürgerinnen und Bürgern offene, institutionenübergreifende und vielschichtige Lernumgebungen an. In diesen ist individuelles Lernen durch freie Exploration möglich. Ebenso erfolgt eine produktive Verzahnung mit Präsenzangeboten städtischer Bildungsanbieter (Schulen, Institute, Bibliotheken, Museum, Medienzentrum, VHS). Um im Unterricht mit mobilen Endgeräten arbeiten zu können, ist der Zugang in das schulische Netz per WLAN sichergestellt. Die Ausstattung und Entwicklung der Lernplattformen mit geeigneter Lernsoftware wird fachlich begleitet. Durch die digitalen Medien, Werkzeuge und Kommunikations-Plattformen werden nicht nur die Kommunikations- und Arbeitsabläufe verändert (z. B. classroom management), sondern erlauben neue schöpferische Prozesse (interaktives und kollaboratives Lernen) und damit neue mediale Wirklichkeiten. In orts- und zeitunabhängigen Lernlandschaften steht der Lernende im Mittelpunkt. Eine neue Lernkultur ermöglicht es, die Nutzung der digitalen Technologie in den Kontext von Bildungsbedürfnissen zu stellen. Ziel der Digitalstadt Darmstadt ist es, den Lernenden die digitale Technologie näher zu bringen, damit sie diese sinnvoll für ihre Bedürfnisse nutzen können. Eltern und Fachkräfte in Kindertagesstätten finden Unterstützung und Weiterbildung, um frühkindliche Medienerfahrungen erzieherisch zu begleiten. Schulen werden bei der Erarbeitung eines Medienbildungs-Curriculums unterstützt.

Gesellschaft

Der tiefgreifende Wandel zur digitalen Lebensreform erfordert den passenden Umgang im Dialog mit der digitalen Gesellschaft. Es bedarf ein hohes Maß an Integrationsarbeit, um alle Gesellschaftsbereiche bei der digitalen Transformation mitzunehmen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt auf Vernetzung aller digitalen Angebote. Zugleich versteht sie sich als digitaler Broker mit dem Ziel, das Gesamtangebot von Kultur, Sport, Gesundheit und sozialen Dienstleistungen bedarfsgerecht zu entwickeln. Der digitale Zugang zur Bürgerschaft ist ebenso mobil, aktuell und vielseitig wie die urbane Gesellschaft selbst. Die Stadt-App dient als Einstieg zum gebündelten Digitalangebot von Stadt und Stadtwirtschaft, kommuniziert mehrsprachig, führt den digitalen Dialog in alle Lebensbereiche. Die Bürger-Identifikationskarte wickelt Services wie Um- und Abmeldung digital ab, Betreuungsplätze werden über das Kindergartenportal gebucht. Mobilitätsstationen ermöglichen die Anmietung von Elektrofahrzeugen. Ambient Assisted Living (AAL) bietet Altern in vertrauter Umgebung, korrespondiert mit medizinischen Einrichtungen und Mobilitätshelfer helfen bei der Nutzung des ÖPNV. Events der Stadt sind per Livestreaming an Bildschirmen öffentlich oder auf der DA-App sichtbar. Per Smartphone werden Mängel im öffentlichen Raum gemeldet.

GESUNDHEIT

Die Digitalstadt Darmstadt hilft ihren Bürgerinnen und Bürgern, gesund zu bleiben und zu werden. Per Smartphone können sie jederzeit auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen. Eine cloudbasierte Plattform ermöglicht einen niederschwelligen und barrierefreien Zugang zu unterschiedlichen digitalen Diensten. So ist der Online-CheckIn ins Klinikum Darmstadt möglich. Den sicheren Weg bis auf die Station ermöglicht die digitale Gebäudenavigation. Das Digitale Verordnungsmanagement sorgt bei Entlassung für die notwendigen Hilfsmittel und die Homecare-Versorgung. Der digitale Medikamenten-Lieferservice realisiert die Versorgung über die nahegelegene Apotheke. Über eine wachsende Plattform können Bürger Befunde up- und downloaden und datensicher darauf zugreifen. Gesundheitsdienstleister(Krankenhäuser, Ärzte, Pflege, Krankenkassen, StartUps) bieten dort weitere Dienste an – dazu zählen Gesundheits- und Fitnessapps, Wearables, Serious Games, Impfmanagement und zur Prävention auch kritische Emissionswerte. Jeder kann seine Notfalldaten Allergien und Medikationspläne einspeisen. Chatrooms bieten zielgruppenspezifische Online-Sprechstunden und Hilfen an, z. B. für Studierende. Über das Portal lassen sich Zweitmeinungen einholen und Facharzttermine vereinbaren. Es bietet auch Zugang zu verknüpften und sektorenübergreifenden Fortbildungen für Ärzte mittels Präsenzveranstaltungen und E-Learning-Modulen. Ferner bietet die Stadt darüber ihre Dienste im Bereich barrierefreie Gesundheitsversorgung inklusive Lotsendiensten an.

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