08/09/20
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Zukunft gestalten ist unsere Tradition

Erfolg der Wissenschaftsstadt Darmstadt im bundesweiten BMI-Wettbewerb “Smart Cities made in Germany”. Oberbürgermeister Partsch: “Stadtentwicklung und Digitalisierung – jetzt noch stärker Hand in Hand”

„Digitalisierung dient primär den Menschen. Sie daher im urbanen Lebensraum mit der Stadtentwicklung zu synchronisieren ist ein Muss und immer mit dem Ziel, den Alltag der Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern. Darmstadt wird hierfür sicherlich viele Fallbeispiele entwickeln, die wir hessenweit ausrollen können."

Prof. Kristina Sinemus
Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Wiesbaden

 

 

Modellprojekt Smart City Darmstadt

Unter dem Motto „Gemeinwohl und Netzwerkstadt/Stadtnetzwerk“ rief das Bundesministerium des Inneren, Bau und Heimat (BMI) im Frühjahr dieses Jahres die Städte und Kommunen auf, sich für die zweiten Staffel der Förderlinie „Modellprojekte Smart Cities“ zu bewerben. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bewarb sich, bekam jetzt den Zuschlag – und damit eine finanzielle Förderung in Millionenhöhe aus dem Bundeshaushalt 2020 für ihre strategische Konzeption, wie sie sich über die Förderlaufzeit von sieben Jahren zur vernetzten Smart City Darmstadt weiterentwickelt. Damit geht auch das Erfolgskonzept der Digitalstadt Darmstadt in die nächste Runde – getreu dem Antragsmotto „Zukunft gestalten ist unsere Tradition“.

Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Die Digitalisierung prägt unser Leben auf allen Ebenen immer stärker. Gerade unter Corona bemerkten wir die Zweck- und Notwendigkeit dieser gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Als Digitalstadt haben wir bereits an die 80 große und kleine, zumeist bereichsübergreifende, städtische Digitalisierungsprojekte aufgesetzt und vorangetrieben. Wir haben gezeigt, wie sich eine Stadt nachhaltig und mit Bedacht digitalisiert. Dass wir den dabei eingeschlagenen Pfad, nämlich den Nutzen für Bürger*innen in allen Digitalisierungsprojekten zentral zu stellen, genau richtig wählten, das zeigt unser jetziger Erfolg beim Einwerben öffentlicher Mittel unter genau diesem Credo.“

Mit dem Förderprogramm „Modellprojekt Smart Cities“ fördert die Bundesregierung seit 2019 Ansätze, wie mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung eine moderne Stadtentwicklung funktionieren kann. Die Erkenntnisse, die durch das Förderprogramm in den Modellprojekt-Städten als Reallabors gesammelt werden, sollen später in die Breite getragen werden und allen Kommunen bundes- und auch EU-weit zur Verfügung stehen. Grundlage dieser Idee ist die sogenannte Smart City Charta der Nationalen Dialogplattform Smart Cities des BMI[1]. Ihr zufolge sind Smart Cities der nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung verpflichtet. Die Charta wird seit Mitte 2016 in der BMI-Dialogplattform von 70 Stadtentwicklungsexpert*innen aus der ganzen Bundesrepublik erarbeitet und beschäftigt sich unter anderem vertieft mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung für Städte und Gemeinden. Für die nun anlaufende, zweite Förderrunde Smart Cities stehen über 150 Millionen Euro zur Verfügung; insgesamt will das BMI in vier Staffeln rund 750 Millionen Euro in 50 Modellprojekte/ Smart Cities fließen lassen.

Um an diesem Topf teilhaben zu können, mussten sich die bewerbenden Städte jetzt mit strategischen Ansätzen vorstellen: Wie bauen sie sich partizipativ und integrativ zur Smart City auf? Und wie stellen sie zugleich den Wissenstransfer in andere Kommunen sicher? „Genau hierfür ist die Wissenschafts- und Digitalstadt Darmstadt prädestiniert. Sie hat sehr erfolgreich gezeigt, wie viele Bereiche in Stadtwirtschaft und -verwaltung durch nachhaltige und gut iterierte Digitalisierung geht und hat durch diese Pionierarbeit sehr viel Expertise gesammelt“, erklären Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend (HEAG Holding AG, Stadtwirtschaft Darmstadt) und Michael Kolmer (Ltng. Amt für Stadtentwicklung Darmstadt), die den Darmstädter Smart City Antrag koordinierten.

Ihr erfolgreiches Antragskonzept beinhaltet zentral den Gedanken, dass die urbane Digitalisierung noch stärker als zuvor die städtischen Daseinsebenen miteinander stimmig verknüpfen sollte. Denn so könne die Digitalisierung ihre volle Wirkung entfalten: „Nach rund drei Jahren haben wir intensiv gelernt, wie im öffentlichen Raum bereichsübergreifende Digitalisierungsprojekte angegangen werden. Diese lessons learned geben wir gerne an andere Kommunen weiter und wir können jetzt weitere, bereichsübergreifende Vorhaben angehen“, bekräftigen auch die beteiligten Geschäftsführer der Digitalstadt Darmstadt GmbH, Simone Schlosser und José David da Torre Suárez.

Mit dem Fördergeld plant die Digitalstadt Darmstadt ihre Zusammenarbeit mit den vielen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtwirtschaft/-verwaltung zu intensivieren und will zudem weitere Kooperationen, unter anderem mit den hiesigen Digitalisierungs-Inkubatoren der ansässigen Hochschulen und der einschlägigen Start-up-Szene, eingehen. „Großes Thema für uns wird jetzt die ökologische Nachhaltigkeit sein. Wir möchten ein Projekt für das smarte Wassermanagement aufsetzen. Unsere Stadt liegt an keinem Fluss, Sommer- und Hitzeperioden werden wahrscheinlich intensiver, die Wasserverteilung also zunehmend zur Aufgabe. Also machen wir uns Gedanken über die smarte Wasserversorgung von Morgen.“ Weitere innovative Projektideen des Antrags: Künstliche Intelligenz managt die Energieverbräuche, innerstädtische Multifunktionsbereiche realisieren neue Formen der Zusammenarbeit und Zusammenkunft, wie Co-Working-Spaces analog dem Hub 31 – und, für das etwas andere Bürgerengagement, rufen kostenfreie Online-Spiele in der Smart City die Darmstädter*innen künftig zu einer bestimmten Handlung auf, wie etwa dem Gießen von Straßenbäumen bei extremer Dürre.

Für die kreative Strategie samt ihrem Erfolg im BMI-Wettbewerb gibt es auch Applaus seitens der hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus: „Digitalisierung dient primär den Menschen. Sie daher im urbanen Lebensraum mit der Stadtentwicklung zu synchronisieren, ist ein Muss und immer mit dem Ziel, den Alltag der Bürger*innen zu erleichtern. Die Smart City Darmstadt wird hierfür hoffentlich viele Fallbeispiele entwickeln, die wir hessenweit ausrollen können.“

 

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