Interaktive Stadtmodelle für die Bürgerbeteiligung

15/04/17
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Gesellschaft

Interaktive Stadtmodelle für die Bürgerbeteiligung

Der tiefgreifende Wandel zur digitalen Lebensreform erfordert den passenden Umgang im Dialog mit der digitalen Gesellschaft. Es bedarf ein hohes Maß an Integrationsarbeit, um alle Gesellschaftsbereiche bei der digitalen Transformation mitzunehmen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt auf Vernetzung aller digitalen Angebote. Zugleich versteht sie sich als digitaler Broker mit dem Ziel, das Gesamtangebot von Kultur, Sport, Gesundheit und sozialen Dienstleistungen bedarfsgerecht zu entwickeln. Der digitale Zugang zur Bürgerschaft ist ebenso mobil, aktuell und vielseitig wie die urbane Gesellschaft selbst. Die Stadt-App dient als Einstieg zum gebündelten Digitalangebot von Stadt und Stadtwirtschaft, kommuniziert mehrsprachig, führt den digitalen Dialog in alle Lebensbereiche. Die Bürger-Identifikationskarte wickelt Services wie Um- und Abmeldung digital ab, Betreuungsplätze werden über das Kindergartenportal gebucht. Mobilitätsstationen ermöglichen die Anmietung von Elektrofahrzeugen. Ambient Assisted Living (AAL) bietet Altern in vertrauter Umgebung, korrespondiert mit medizinischen Einrichtungen und Mobilitätshelfer helfen bei der Nutzung des ÖPNV. Events der Stadt sind per Livestreaming an Bildschirmen öffentlich oder auf der DA-App sichtbar. Per Smartphone werden Mängel im öffentlichen Raum gemeldet.

Die Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen ist für ein funktionierendes Gemeinwesen essenziell. Digitale Technologien schaffen neue Möglichkeiten, das Wissen und die Wünsche der Stadtgesellschaft in Planungen einzubeziehen. Digitale Visualisierungs-Technologien können städtische Projekte auch für Laien anschaulich machen. Mit dem Projekt „Stadtlabor“ aus dem Bereich Gesellschaft soll die Rolle der Bürgerschaft im Kontext der digitalen Stadt gestärkt werden. Ein wesentlicher Faktor der Digitalisierung auf die Stadtentwicklung ist die Möglichkeit einer orts- und tageszeitenunabhängigen Beteiligung. Bei komplexen Themenabstimmungen werden die Bürger und Bürgerinnen zukünftig die Wahl haben, ob sie physisch oder virtuell am Beteiligungsprozess teilhaben möchten. Dabei können sie zwischen verschiedenen Darstellungs- und Interaktionsvarianten sowie dem Grad der Beteiligung wählen. Dies eröffnet einem breiteren Teil der Bürgerschaft die Möglichkeit der Partizipation.

Die Stadt Darmstadt ist bereits in Besitz von umfangreichen Datenbeständen, die für die Aufbereitung einer interaktiven visuellen Unterstützung für die Bürgerbeteiligung Voraussetzung sind (u.a. 3D-Stadtmodell, Digitales Geländemodell, Digitales Oberflächenmodell, Luftbilder).

Für das Projekt Stadtlabor ist der Einsatz einer digitalen Visualisierungs-Technologie für die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in stadtplanerische Prozesse geplant. Im Kern geht es dabei um die Umsetzung einer interaktiven 3D-Visualisierung. Im Rahmen des Vorhabens wird diese Technologie für einen mobilen Datentisch umgesetzt, auf dessen Oberfläche durch Multitouch und bewegbare Objekte mit der visualisierten Szene interagiert werden kann. Der mobile Datentisch kann in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten für die Visualisierung und Kommunikation von stadtplanerischen Prozessen genutzt werden (z.B. Bürgerforen, Beteiligungsveranstaltungen sowie Diskussion und Planungen im kleineren Kreis). Die dafür entwickelte interaktive 3D-Visualisierung wird als Webanwendung umgesetzt und lässt sich somit in der Perspektive auch problemlos in die bestehende Online-Beteiligungsplattform www.da-bei.darmstadt.de einbinden und damit eine sehr viel höhere Reichweite entwickeln.

Ansprechpartner: Imke Jung-Kroh

 

Weitere gestartete oder bereits umgesetzte Projekte:

Aufbau Stadtlabor / Ausbau FabLabs / Durchführung von Barcamps und Hackathons

Zugang zu digitalen Medien für Menschen mit Benachteiligung (Inklusion)

WLAN-Bänke in den Stadtteilen von Darmstadt

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