Die Teilnehmer an der Veranstaltung Smart City von links: Prof. Dr. Lutz Heuser vom Urban Institut, Bürgermeister Thomas Fehling, Landrat Oliver Quilling, Simone Schlosser von der Digitalstadt Darmstadt und Franz-Reinhard Habbel. (Foto: Kreis Offenbach)

Landkreis Darmstadt-Dieburg und Kreis Offenbach laden zu Smart Region-Veranstaltung ein

Geschäftsführerin Simone Schlosser präsentiert Digitalstadt Darmstadt unter dem Titel „Modellprojekt mit Nachhaltigkeit und Bürgernähe“

Das Thema Digitalisierung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sowohl auf internationaler als auch auf regionaler Ebene spielt die konsequente Vernetzung eine immer größer werdende Rolle. Gerade für Unternehmen und Verwaltungen bietet die Digitalisierung die Chance auf Effizienzgewinn. Um die Entwicklungen und Auswirkungen für die Kommunen und die Region näher zu beleuchten, luden Klaus Peter Schellhaas und Oliver Quilling, Landräte der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach, am vergangenen Donnerstag zu einer hochkarätigen Vortragsreihe ins Kreishaus nach Dietzenbach ein. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter dem Motto „Smart Region / Smart City“ vom Zweckverband NGA-Netz Darmstadt-Dieburg und der Geschäftsstelle Digitales Hessen.

„Digitalisierung birgt Chancen, neue Infrastrukturen müssen geschaffen werden, die nicht an den Grenzen von Städten und Kommunen Halt machen“, erklärte Landrat Oliver Quilling bei seiner Begrüßung zum Auftakt der Veranstaltung. Gut 100 Entscheider aus Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen hatten sich eingefunden, um dem Impulsvortrag von Professor Dr. Lutz Heuser zu lauschen. Der Sprecher des Smart City Forums zeigte unter dem Motto „Digitalisierung im regionalen Raum: Smart Region als Transformationsprozess“ auf, dass das Thema nicht nur für Großstädte, sondern für alle wichtig sei. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung seien leistungsfähige digitale Netze und darauf aufbauende Smart Services. Der Geschäftsführer der Urban Software Institute GmbH, die Städte und Kommunen bei der Digitalisierung unterstützt, führte auf, welche strukturpolitischen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssten. Er führte auch schon einige aktuelle Fallbeispiele und Lösungsmöglichkeiten von Smart City-Städten auf – so unter anderem die Traffic-App der Digitalstadt Darmstadt, das Smart City-Cockpit der Stadt Bad Hersfeld und der australischen Stadt Caloundra.

Publizist und Autor Franz-Reinhardt Habbel, der bis 2017 Sprecher sowie Beigeordneter beim Deutschen Städte- und Gemeindebund war, referierte über den „Aufbruch: Deutschlands Kommunen werden smart – Stand und Perspektiven“. Er betonte in seinem Vortrag, dass Kommunen an Bedeutung gewännen, genauso wie die Kommunikation zu jeder Zeit an jedem Ort. Digitalisierung helfe überdies eine neue Mobilität zu entwickeln und politische Probleme zu lösen, indem man neue Potenziale, Kooperationen und letztendlich auch das Engagement der Jugend nutze.

Im Anschluss an die beiden Vorträge hatte das Plenum Gelegenheit den Digitalisierungsexperten, moderiert von Professor Dr. Lutz Heuser, Fragen zu stellen und sich mit ihnen auszutauschen. Gerade das Einbinden eines „U30-Rates“ beim Gestalten eines digitalen Aufbruches stieß dabei auf großes Interesse.

In der zweiten Tagungshälfte konnten sich die Veranstaltungsteilnehmer dann auf praktische Beispiele freuen: Unter dem Titel „Digitalstadt Darmstadt: Modellprojekt mit Nachhaltigkeit und Bürgernähe“ stellte Simone Schlosser, eine von drei Geschäftsführern der Digitalstadt Darmstadt GmbH, das bis Ende 2019 laufende Projekt vor. Anhand von verschiedenen Beispielen aus den Bereichen Mobilität (Smart Parking, Smart Traffic und Smart Lighting), Bildung (Zentrum der digitalen Medienbildung, Schule 2020) und Handel (Digitales Schaufenster, Multimediakonzept und Darmstadt-App) zeigte sie Möglichkeiten für die jeweilige Zielgruppe und deren Nutzen auf. Daran schloss sich ihr „Meilensteinplan“ mit den Punkten an, die bis zum Projektende 2019 realisiert werden sollten. In ihrem Vortrag wurde deutlich, dass nur gemeinschaftlich einzelne Etappenziele erreicht werden können.

Der Bürgermeister der Stadt Bad Hersfeld, Thomas Fehling, gab in seinem Vortrag Einblicke in die „Smart City Bad Hersfeld – Ein Erfahrungsbericht“. Er informierte über die smarten Technologien der hessischen Mittelstadt und ging auf die aktuellen Smart City-Themenfelder Verkehr, Energie, Stadtmarketing und Sicherheit ein. Ob Parkleitsystem mit Erfassungssensoren, Lärmmessung, Energie-Monitoring oder intelligente Mülleimer – Thomas Fehling appellierte an die Anwesenden sich zu vernetzen, zusammenzuarbeiten und voneinander zu lernen, um dann mit kleinen Digitalisierungsprojekten anzufangen, die aber stets einen Bürgernutzen haben müssten. Es müsse keine perfekte, allumfassende Lösung sein, sondern es sei besser mit kleinen Etappen Erfolge zu erzielen, Motivation zu gewinnen und Schwung für größere Projekte zu holen.

Bei all den Projekten ist Datenschutz jedoch unerlässlich. Daher griff Dr. Michael Kreutzer vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie genau dieses Thema in seinem Vortrag über „Cybersicherheit und Datenschutz für die Digitalisierung von Städten“ auf. Er befasste sich unter anderem mit der intelligenten Stadt, die als Chance für alle Städte und deren Bürgerinnen und Bürger unabhängig vom eigenen aktuellem Status zu sehen sei. Allerdings stünden die Chancen der Digitalisierung – beispielsweise die effiziente Nutzung von Ressourcen, Wirtschaftswachstum und die Möglichkeiten von schnellerer Kommunikation und der Analyse großer Datensammlungen – den Gefahren von ökonomisch oder politisch motivierten, organisierten, gezielten beziehungsweise automatischen Cyberangriffen gegenüber. Dafür gelte es Sicherheitslösungen zu finden. So sollte beispielsweise die Digitalstadt Darmstadt, die bereits heute gut abgesichert ist, künftig die weltweit führende Stadt der digitalen Absicherung von Bürgern, Stadt und Wirtschaft werden und die innovativste Stadt bezüglich der Umsetzung von digitalem Datenschutz.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatten die Teilnehmer dann die Möglichkeit, sich gemäß des Mottos „Worauf warten wir noch?“ mit Fragen an die drei Experten Simone Schlosser, Thomas Fehling und Dr. Michael Kreutzer zu wenden. Hierbei wurde klar, dass die einzelnen Kommunen das Thema Digitalisierung schon jetzt vorantreiben sollten.

Im Nachgang freuten sich die Veranstalter, über die hohe Resonanz und die gelungene Kooperation. Mit der Veranstaltung wurde ein wichtiger Impuls gegeben dabei aufgezeigt, dass Smart Region und Smart City kein übergeordnetes Thema ist, sondern von vielen gemeinsam gelebt und weiterentwickelt wird. Dabei heißt es die Digitalisierung voranzutreiben und auf eine gute Vernetzung mit den einzelnen Kommunen und deren engagierte Konzepten zu setzen.

Quelle: www.kreis-offenbach.de

2. Mai 2018

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