Gesundheit

Die Digitalstadt Darmstadt hilft ihren Bürgerinnen und Bürgern, gesund zu bleiben und zu werden. Per Smartphone können sie jederzeit auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen. Eine cloudbasierte Plattform ermöglicht einen niederschwelligen und barrierefreien Zugang zu unterschiedlichen digitalen Diensten. So ist der Online-CheckIn ins Klinikum Darmstadt möglich. Den sicheren Weg bis auf die Station ermöglicht die digitale Gebäudenavigation. Das Digitale Verordnungsmanagement sorgt bei Entlassung für die notwendigen Hilfsmittel und die Homecare-Versorgung. Der digitale Medikamenten-Lieferservice realisiert die Versorgung über die nahegelegene Apotheke. Über eine wachsende Plattform können Bürger Befunde up- und downloaden und datensicher darauf zugreifen. Gesundheitsdienstleister(Krankenhäuser, Ärzte, Pflege, Krankenkassen, StartUps) bieten dort weitere Dienste an – dazu zählen Gesundheits- und Fitnessapps, Wearables, Serious Games, Impfmanagement und zur Prävention auch kritische Emissionswerte. Jeder kann seine Notfalldaten Allergien und Medikationspläne einspeisen. Chatrooms bieten zielgruppenspezifische Online-Sprechstunden und Hilfen an, z. B. für Studierende. Über das Portal lassen sich Zweitmeinungen einholen und Facharzttermine vereinbaren. Es bietet auch Zugang zu verknüpften und sektorenübergreifenden Fortbildungen für Ärzte mittels Präsenzveranstaltungen und E-Learning-Modulen. Ferner bietet die Stadt darüber ihre Dienste im Bereich barrierefreie Gesundheitsversorgung inklusive Lotsendiensten an.

Presse-Stimme // Vorstandschefin sieht für Entega viele Chancen in der neuen digitalen Welt

Gute Nachrichten aus der Energiewirtschaft sind dieser Tage rar. Die Veränderungen und Herausforderungen durch die Energiewende sind bekannt – das Ausmaß der Umbrüche eher nicht. Nach Angaben der Unternehmensberatung A.T. Kearney dürfte das operative Ergebnis über alle Wertschöpfungsstufen bis 2024 um ein Fünftel zurückgehen. Wir sprachen mit Entega-Vorstandschefin Marie-Luise Wolff-Hertwig darüber, wie sich der Darmstädter Versorger behaupten will und welche neuen Chancen es gibt.

Echo: Frau Wolff-Hertwig, die Branche produziert zwar weiter Energie – aber teilweise auch Milliardenverluste. Wie steht die Entega nach harten Jahren der Konsolidierung wirtschaftlich denn da?

Marie-Luise Wolff-Hertwig: Die Entega (ehemals HSE, die Red.) ist erfolgreich. Wir haben mit unserer Vorwärtsstrategie ein Programm gefahren, das hieß wachsen und sparen. Und das ist in dieser Kombination vollkommen aufgegangen.

Das heißt?

Das Ziel, unser Ergebnis (Ebit, also Gewinn vor Zinsen und Steuern, die Red.) bis 2018 um 90 Millionen Euro pro Jahr zu verbessern, haben wir mit nun über 80 Millionen fast erreicht. Wir haben aber nicht nur unsere Kosten im Griff, sondern wir sind auch gewachsen. Zum Beispiel im Vertrieb, beim Thema Wärme, bei der Entega-Medianet und beim Breitbandausbau. Alle Bereiche, alle Geschäfte haben dazu beigetragen. Noch wichtiger: Wir haben uns nicht auseinanderdividieren lassen, sind als Unternehmen an der Aufgabe gewachsen und zusammengewachsen.

Was ist denn nun konkret beim Ertrag zu erwarten für 2016?

Das Ergebnis steht noch nicht endgültig fest. Wir werden aber die guten Zahlen 2015 (18,4 Millionen bei 1,5 Milliarden Umsatz, die Red.) nicht unterschreiten, sondern eher etwas besser abschneiden. Die Bilanz wird Anfang Juli vorgelegt.

1882: Geburt der Elektrotechnik

Seit ihrer Gründung im Jahre 1877 trägt die TU Darmstadt mit Pionierleistungen und mit herausragender Forschung und Lehre zur Lösung drängender Zukunftsfragen bei. Im Jahre 1882 richtete die TU Darmstadt den weltweit ersten Lehrstuhl, die erste Fakultät und den ersten Studiengang für Elektrotechnik ein und 1913 erwarb Jovanka Bontschits als erste Frau in Deutschland den Grad „Diplom-Ingenieurin“. Die TU Darmstadt konzentriert sich auf ausgewählte, hoch relevante Problemfelder. Technik steht im Fokus aller Disziplinen. Naturwissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften arbeiten dabei mit den Ingenieurwissenschaften eng zusammen. Mit den Profilbereichen Cybersicherheit sowie Internet und Digitalisierung setzt die TU Darmstadt ganz konkrete Schwerpunkte in der Forschung. Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnik ist zu einer zentralen Voraussetzung für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft geworden. Intelligente Netze aus schnellen und zuverlässigen Kommunikationswegen und deren Verflechtung mit traditionellen Infrastrukturen (Industrie 4.0) im Zuge der zunehmenden Digitalisierung werden völlig neue Dienstleistungen ermöglichen. Die TU Darmstadt befasst sich mit Technologien und Anwendungen für solche Netze sowie den Anforderungen, die an sie gestellt werden.

1933: Das Plexiglas wird erfunden

Intensive Forschungsarbeiten auf dem Gebeit der Acryle führten 1933 zur größte Erfindung des Darmstädter Otto Röhms: Das Plexiglas. Gegossene Platten aus Plexiglas überzeugten schon damals mit den noch heute geschätzten Eigenschaften Transparenz, Brillanz, unübertroffene Witterungsbeständigkeit, Formbarkeit und Bruchfestigkeit. Röhm & Haas erhielt 1937 für diese außergewöhnliche Erfindung auf der Weltausstellung in Paris die Goldmedaille. Plexiglas ist im Spritzgussbereich weit verbreitet bei Haushaltsartikeln, Schreib- und Zeichengeräten, Leuchtenabdeckungen, KFZ-Rückleuchten, Verkehrsanlagen sowie Linsen oder optischen Datenträgern.

1961: Das erste Rechenzentrum

In Darmstadt wurde das erste deutsche Rechenzentrum gegründet. In den 1960er Jahren zählte es zu den modernsten Einrichtungen seiner Art in Europa und es war das erste Zentrum das 1966 bei Vollauslastung rund um die Uhr arbeitete. Es leistete Pionierarbeit, indem es Wissenschaftler nahezu aller Disziplinen an die neue Technik des elektronischen Rechnens heranführte, sie in Kursen und Seminaren unterrichtete und mit eigenem Fachpersonal bei der Lösung ihrer Problemstellungen begleitete. Der besondere Verdienst des Rechenzentrums bestand darin, dass es durch Benutzerservice, Benutzerberatung und Ausbildung wertvolle Anschubhilfe leistete und auf Grund seiner vielfältigen Arbeitskontakte zu DV-Entwicklern und -Nutzern eine wichtige Katalysatorfunktion für die Verbreitung der DV in Deutschland übernahm.

1976: Flüssigkristalle

Die Firma Merck beginnt bereits im Jahre 1914 mit dem Verkauf von Flüssigkristallen. Es sollte jedoch noch bis 1976 dauern, bis die Kristalle durch Merck-Forscher bahnbrechned weiterentwicklet wurden. Die Forschungsergebnisse begründeten die rasante Entwicklung der Displaytechnologie in unseren Handys und Laptops. Als in den 1990er Jahren – Dank der Entwicklung von farbigen Flüssigkristallen und portablen PCs – der Markt zu boomen begann, waren viele der früheren Wettbewerber bereits aus dem Markt ausgestiegen. Durch das Aufkommen von LC-Monitoren auch für Desktop-PCs und insbesondere der Flachbildschirme auf TFT-Basis als Fernsehgerät, entwickelte sich das Geschäft mit den Flüssigkristallen zu einem der größten Gewinnbringer des Unternehmens im 21. Jahrhundert.

1988: Das elektronische Auge

Im Jahre 1988 entwickelt ISRA Vision das weltweit erste System zur Oberflächeninspektion für Vliesprodukte und legte damit den Grundstein für ISRAs heutige Technologieführerschaft in Surface Vision. Die Keimzelle von ISRA VISION entstand 1985 in der Technischen Universität Darmstadt. Der heutige Geschäftsführer Enis Ersü gründete zusammen mit weiteren Experten für Robotik und Bildverarbeitung das Unternehmen ISRA Systemtechnik GmbH, um die erarbeiteten wissenschaftlichen Konzepte schnell in wirtschaftliche Hightech-Lösungen umzusetzen und trug damit maßgeblich dazu bei weltweit führende Technologiesprünge im Bereich der Textur- und Oberflächenerkennung zu ermöglichen.

1994: Ein neues Element

Das Element Darmstadtium wurde erstmals am 9. November 1994 bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt von Peter Armbruster und Gottfried Münzenberg, unter der Leitung von Sigurd Hofmann hergestellt. Das neue Element wurde durch Fusion eines Blei- und eines Nickel-Ions künstlich erzeugt. Der zunächst geltende Name Ununnilium des Elements leitet sich von der lateinischen Bezeichnung seiner Ordnungszahl 110 ab. Am 15. August 2003 wurde der Name Darmstadtium von der International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) akzeptiert. Zu Ehren der Darmstädter Gesellschaft für Schwerionenforschung, die sechs neue Elemente entdeckt und hergestellt hat, wurde am 2. Dezember 2003 Ununnilium offiziell auf Darmstadtium (Ds) getauft. Darmstadt ist damit die einzige deutsche Stadt, nach der ein Element benannt wurde.

2004: Rosetta & Philae

Die Rosetta Mission begann am 2. März 2004. An diesem Tag startete die gleichnamige Sonde und erreichte nach 10-jähriger Reise den Orbit des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko im August 2014. Sie verblieb in diesem mehr als zwei Jahre und setzte im November 2014 den Lander Philae aus, die erste Sonde, die jemals in der Menschheitsgeschichte auf einer Kometenoberfläche aufgesetzt hat. Am 30. September 2016 wurde Rosetta selbst gezielt auf dem Kometen zum Absturz gebracht, bevor die Energie der Sonde aufgrund des sich nun wieder weiter von der Sonne entfernenden Kometen zur Neige ging. Gesteuert wurden Rosetta und Philae aus über 400 Millionen Kilometer Entfernung im europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt.

Presse-Stimme // Darmstadt steht beim bundesweiten Wettbewerb „Digitale Stadt“ auf der Shortlist

Das erste Etappenziel ist erreicht: Darmstadt hat es beim bundesweiten Wettbewerb „Digitale Stadt“ des IT-Branchenverbandes Bitkom mit vier weiteren Bewerbern – Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg – auf die Shortlist geschafft. Nicht mehr im Rennen sind hingegen Bergisch Gladbach, Bremerhaven, Cottbus, Göttingen, Gütersloh, Jena, Konstanz, Ludwigsburg und Ratingen.

„Dass wir es auf die Shortlist geschafft haben, ist eine hervorragende Nachricht für unsere Stadt“, freute sich Oberbürgermeister Jochen Partsch nach der Bekanntgabe der Entscheidung. „Der Beschluss zeigt, dass wir die Jury mit unserem innovativen Konzept nachhaltig von unseren Ideen für die Digitalisierung Darmstadts überzeugen konnten.“

Zusätzliches Gewicht dürfte die bestehende bundesweite Wahrnehmung der Stadt als deutsches IT-Zentrum gehabt haben. „Denn viele infrastrukturelle Voraussetzungen für eine umfassende Digitalisierung sind in Darmstadt bereits vorhanden,“ so Partsch weiter. „So bieten wir etwa mit der Darmstadt-App und dem Stadtwirtschaftsportal einen hohen Nutzen für die Menschen.“

Partsch sieht seine Stadt zudem bei der Bürgerbeteiligung weit vorne – außerdem habe man das Parlament-Informationssystem. Und auch die Unternehmen seien beim Thema Digitalisierung gut unterwegs: „Bei Entega gibt es zum Beispiel die digitale ,Customer Journey‘ und im Klinikum die digitale Terminvereinbarung“, so der Oberbürgermeister.

Ende Mai treten die verbliebenen Kandidaten im „Oberbürgermeister-Pitch“ gegeneinander an. „Jetzt wollen wir den Wettbewerb natürlich auch gewinnen“, zeigte sich Jochen Partsch kämpferisch. „Dafür werden wir weiter konzentriert an unserem Konzept arbeiten.“